Freitag, 30. Dezember 2022

The Train Trilogy - Part Three - die Picos und der Golf von Biskaya

unser neuer Begleiter heißt "Krusty"
...und so erreichen wir wieder Narbonne, von wo wir 2 Wochen zuvor gestartet waren. 2 Tage goennen wir uns zum Entspannen und Organisieren. Die Zugstrecke zum naechsten Ziel wird besprochen, Sachen gewaschen und sich gestaerkt. Und dann ist's soweit, wir geben unseren Mietwagen wieder ab mit einem leicht unguten Gefuehl der Bahn wieder ausgeliefert zu sein. Eine lange Strecke liegt vor uns, von Narbonne geht es ueber Port Bou, Barcelona und Madrid nach Leon und schliesslich zu unserem Ziel Oviedo. Eine Menge Zeit fuer Katastrophen und Eklats. Bis Barcelona laeufts ertmal ganz gut. Fuer den Schnellzug nach Madrid gibt's eine Gepaeckkontrolle, wie auf dem Flughafen. Die Security macht stupide ihren Job und sackt Miss B's Taschenmesser ein. Da alles was wir haben quasi Handgepaeck ist, koennen wir das kleine Campingtaschenmesser natuerlich auch nirgendwo sonst verstauen und wie immer sind die Kontrolleure fuer jedes Argument unempfaenglich und dass man zum Camping ein Taschenmesser braucht, scheint voellig aussergewoehnlich. Im Schnellzug selber bleibt die Stimmung gedrueckt, alles ist voll mit Businesstypen und das Zugpersonal laeuft aller 10 Minuten durch die Gaenge und will einem irgendwas andrehen. Etwas genervt erreichen wir Madrid, wo man uns aus dem Bahnhof schmeisst, weil dieser Nachts geschlossen hat. Noch mehr genervt suchen wir eine Unterkunft fuer ein paar Stunden bis unser nachster Zug nach Leon startet. Miss B laesst ein Hotelzimmer beim Bahnhof springen, die einzige Moeglichkeit dir wir um 1 Uhr Nachts noch finden. Fertig und muede vom Tag fallen wir in unser Bett.

Der Wecker klingelt. Es ist 5 Uhr morgens und wir muessen schon wieder los. Asturien wartet! Diesmal klappt alles mit den Zuegen. Ein kurzer Stop in Leon und wir erreichen Oviedo, wo wir unseren neuen Mietwagen in Empfang nehmen. Das kleine knallrote Vehikel bekommt noch auf der ersten Fahrt seinen Namen: Krusty, das Clownsauto.  Ein echter Hingucker! Und Krusty bringt uns auch direkt zu unserem ersten Ziel, den Picos de Europa.

die Picos de Europa

Wir errichten unser Zelt in dem kleinen Oertchen Arenas de Cabrales, von wo aus wir unsere Touren starten. Die ersten Tage geniessen wir Sportklettertouren und organisieren den Kletterfuehrer fuer unser grosses Projekt, eine alpine Klettertour auf den Pico Uriellu, auch Naranjo de Bulnes genannt.Doch zum Glueck und leider entdecke ich noch, dass unser Seil mit 70 Metern leider zu kurz ist. Da die Abseilenstrecken teilweise zwischen 50 und 60 Meter lang sind, koennten wir zwar auf den Gipfel klettern, aber nicht mehr sicher hinuntergelangen. Fuer dieses Mal muss ich mein Traumprojekt leider abrechen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Ich komme wieder und dann bin ich besser ausgeruestet. Doch wir lassen die Koepfe nicht haengen und planen statt dessen eine anspruchsvolle 3 Tages Wandertour, bei der es auch am Pico Uriellu, dem groessten Monolithen vorbei geht. Am ersten Tag geht es jedoch ertmal durch die Caresschlucht entlang einer alten Wasserleitung nach Caines, vorbei an steilen Klippen, verrueckten Felsformationen, durch Tunnel und ueber Bruecken. 

Schwindelfreiheit ist Pflicht
da kommt man sich klein vor
die wahren Herrscher*innen der Caresschlucht

Zeigt euch Picos!
Füße hoch - Feierabend!

Angekommen in Cains, richten wir uns auf der Zeltwiese ein. Ausser unmengen an Herbstzeitlosen ist nix los. Wir finden einen Platz zwischen den Bluemchen und bauen unser Zelt auf. Die leichteste Etappe liegt hinter uns, aber die naechste wird, mit ueber 2000 Hoehenmeter Anstieg, ein ganz schoener Brocken. Deswegen Essen, Waschen, Zaehne putzen und ab in den Schlafsack.

Der Morgen darauf begruesst uns mit herrlichem Wanderwetter und wir starten zeitig, immerhin haben wir einiges vor. Und kaum wirds steil sind wir auch allein unterwegs. Meter um Meter arbeiten wir uns nach oben und erreichen den Gipfel La Bermella 1886m. Ein straffer Weg bis dahin, der Pfad ist nicht immer leicht zu finden in dem sehr steilen Gelaende und die schottrigen Haenge erfordern ordentlich Trittsicherheit.

mit dem ersten Morgenlicht, wandern wir los
gut getarnt, wenn er nicht fliegt, der Felsläufer
ein hartes Stück Arbeit, der Gipfel la Bermella

Beim Abstieg vom Gipfel heisst es dann abermals Vorsicht walten lassen. Loses Geroell und steile Kletterstellen fordern hoechste Aufmerksamkeit. Bei einem Rutscher, haut sich Miss B leider noch den Fuss an einem Fels an und muss den restlichen Weg mit schmerzendem Zeh bestreiten. Endlich erreichen wir einfacheres Gelaende und setzen unseren Weg durch die "Garganta de Hoyo Grande", die Schlucht des Grossen Lochs, fort. Umgeben von riesigen Felstuermen geht es jetzt etwas entspannter voran und wir geniessen die Szenerie, die mystische Stimmung und die Menschenleere. Aber der letzte steilere Anstieg folgt noch, also nochmal Gedanken zusammen nehmen und rauf gehts zum hoechsten Punkt des Tages, dem Sattel Horcada de Cain o Arenizas Bajas mit 2350m.

besar mi culo
Große-Loch-Schlucht
almost like on the Moon
Von da an naehern wir uns stetig absteigend unserem Tagesziel, dem Rifugio Uriellu. Auch dieser Abstieg fordert nochmal unsere volle Konzentration. Einiges an Zeit ist bereits verstrichen und wir erreichen das Rifugio erst mit der untergehenden Sonne. Die Schatten ziehen ins Tal, Wind kommt auf und wir beeilen uns unser Zelt aufzustellen, bevor es noch kaelter wird. Zufrieden und erschoepft gehts in die Nachtruhe am Fusse des Naranjo de Bulnes.

das Kletterprojekt vor Augen
Gämse 1: "Siehst du was ich seh?",  Gämse 2 "Meinste den Trottel da unten?"


hinab gehts zum Nachtlager

Nach einer windigen Nacht begruessen uns die Picos am naechsten Morgen mit feinstem Sonnenschein. Wir packen unser Zeug zusammen, ein letzter Blick zum Pico Uriellu, und dann wandern wir steil hinab, vorbei am Oertchen Bulnes de Abajo, zurueck zur Cares-Schlucht und beenden unsere 3-Tages-Wandertour. Beeindruckt von der spektakulaeren alpinen Landschaft der Picos, machen wir uns am naechsten Tag auf Richtung Norden. Auf dem Weg packen wir nochmal das Seil aus fuer ein paar Sportkletterrouten und dann gehts an die Nordkueste Spaniens, ans Meer.

der Golf von Biskaya

Wir lassen uns nieder am Playa de Arenal de Moris fuer eine erste Einweissung in die Kunst des Wellenreitens. Zwischendurch geniessen wir das Beachlife oder erkunden die Kuestenlandschaft Asturiens.

eine Stabheuschrecke im Sand
First Tries to get up

was mach'n die denn da?

erste Erfolge: 3 Sekunden Stehen

Das Surfleben gefaellt uns. Rauspaddeln, Wellen ausspaehen und versuchen aufs Brett zu kommen, so vertreiben wir uns die Zeit. Doch es ist auch ganz schoen anstrengend und die Wellen spielen auch nicht immer so mit wie wir das gern haetten. So muessen wir zwischendurch auch immer mal wieder auf altbekannte Beschaeftigungen zurueckgreifen. Und so erkunden wir die Landschaften Asturiens zu Fuss, am Seil, auf dem Bike oder beim Canyoning.


Zwischendrin haben wir dann nochmal den Strand gewechselt und es uns am Playa de Vega gemuetlich gemacht, wo sich ein neuer Surflehrer an uns die Zaehne ausbeissen darf. Doch es laeuft ganz gut, so dass wir schon bald  selbststaendig ueben koennen.

Miss B visiert an...
...und  ab gehts.
unser Surf-Shavasana
Und so gehen unsere letzten Urlaubstage dahin. Auch Asturien beendet seine Urlaubssaison. Die Zeltplaetzte schliessen und auf uns wartet die Zugfahrt in die Heimat. Wir geben unseren Krusty wieder in Oviedo ab und begeben uns direkt zum Zug nach Leon und von dort aus geht es zurueck nach Barcelona. Dort geniessen wir eine leckere vegane Pizza, bevor wir wieder vor dem verschlossenen Bahnhof stehen und die Nacht schliesslich auf einer Parkbank mit sehr wenig Schlaf verbringen.                                                       Der naechste Tag sollte eigentlich kein Problem werden. Die Strecke ist kurz und wir starten sehr zeitig. Unser Ziel ist es den Nachtzug von Montauban nach Paris zu bekommen. Auf dem Papier alles gut machbar, doch in der Realitaet soll dies die schlimmste Zugfahrt dieses Urlaubs werden. Erst faehrt unser Zug nach Portbou nicht, wegen Gleisarbeiten. Der Ersatzzug bummelt sich so durch Spanien und nimmt jede kleine Haltestelle mit. In Figueres angekommen, kriegen wir endlich den Zug den wir anfaenglich wollten und schaffen es so bis auf die franzoesische Seite nach Cerbere. Dort sitzen wir erstmal fest. Die Bahnarbeiter in Frankreich streicken. Wir muessen auf den Ersatzbus warten, doch als dieser kommt, wird schnell klar, da passen nicht alle rein. Auch wir werden aus Sicherheitsgruenden von unseren Stehplaetzen wieder nach draussen geschickt. Es heisst weiter warten. Der naechste Bus hat Platz fuer uns, allerdings wird es knapp mit unserem Anschlusszug von Perpignan nach Narbonne. Eine minimale Chance bleibt und der Busfahrer macht uns Hoffnung, dass wir es schaffen. Erste Zweifel kommen allerdings auf, als er zweimal durch einen Kreisverkehr faehrt. Gewissheit tritt ein als wir vor einer Unterfuehrung stehen bleiben fuer die der Bus zu hoch ist. Im Rueckwaertsgang auf der Gegenfahrbahn gehts dann zurueck zur letzten Kreuzung. Mit dem naechsten Umweg,den der Bus macht, wird uns klar, wir werden unseren Zug verpassen. Wenigstens erreichen wir Perpignan ueberhaupt und springen direkt in ein Taxi nach Narbonne. Der Preis dafuer schmerzt natuerlich wenn man bereits ein gueltiges Zugticket in der Tasche hat, aber immerhin kriegen wir wieder unsere Anschluesse.
In Narbonne hab wir gerade noch so Zeit uns zu verpflegen und dann gehts auch schon auf nach Montauban wo wir in unseren letzen Zug des Tages einsteigen, den Nachtzug nach Paris. Wir habens geschafft, wie auch immer. Wir quetschen uns in die winzige Kabine. 3 Betten uebernandere auf jeder Seite, kaum Platz fuer Gepaeck. Egal. Wir haben die Betten ganz oben, stopfen all unser zeug hoch und sind eh so fertig, dass wir trotz der Enge, unmittelbar einschlafen und erst am Morgen in Paris wieder erwachen. Der Rest der Reise laeuft dann problemlos ab und ueber Paris und Frankfurt kommen wir wieder in Dresden an, nach fast zwei Monaten.

Und so geht eine sehr schoene Reise zu Ende. Wir sind begeistert von den Gebirgs-und Kuestenlandschaften die wir erkunden und vom Wildlife das wir beobachten konnten. Wir haben unsere Zeit sehr genossen und waeren auch gern noch etwas weitergereist. Bei den oeffentlichen Verkehrsmitteln darf sich aber gern bis zum naechsten Mal einiges aendern.

Wir sagen Danke. Danke an alle denen wir begegnet sind, danke Natur, danke Sesamkekse, danke Orangensorbeet und danke vegane Frankfurter Wuerstchen.

Und natuerlich danke an euch, bis bald! Wir sehen uns bei neuen Abenteuern im naechsten Jahr.

Tschau sagen Miss B & Monk

Montag, 28. November 2022

The Train Trilogy - Part Two - die Pyrenäen

 ...und weiter gehts.

Nach nur einem Tag in Arles ziehen wir aufgrund der schlechten Wetterprognosen weiter. Eines unserer Hauptziele wartet auf uns, die Pyrenaeen. Mit dem Zug gehts weiter nach Narbonne, wo wir direkt erstmal wieder stecken bleiben. Der naechste Schnellzug hat zwar noch Platz, aber das Kontingent fuer Interrailtickets ist bereits voll. Ja, ihr habt richtig gehoert, es gibt ein Kontingent fuer dieses Ticket. Das haetten wir auch gern eher gewusst! Uns reichts erstmal, wir beschliessen der Bahn vorerst den Ruecken  zu kehren und begeben uns auf die Suche nach einem Mietwagen. Beim dritten Anbieter werden wir fuendig und so bekommen wir "Bonzi", wie wir unseren fahrbaren Untersatz fuer die naechsten 2 Wochen taufen.

brummli, brummli, brummli, brummli...


Wir duesen los. Direkt nach dem Parkplatz, an der ersten Kreuzung, halte ich an einer gruenen Ampel, um ein Rettungsfahrzeug mit Sirene und Blaulicht vorbei zu lassen. Die Fahrer*innen im Auto hinter uns sind leider nicht ganz so aufmerksam. Bumms! Auffahrunfall nach nur einer Minute fahrt. Wenns einmal laeuft, dann laeufts! Zum Glueck ist Bonzi so gut wie unbeschadet und wir koennen unseren Weg unmittelbar fortsetzten. Nach kurzer Zwischenuebernachtung, erreichen wir am Tag darauf Bielsa auf der spanischen Seite der Pyrenaeen, ein kleines Oertchen am
Nationalpark Ordesa y Monte Perdido. Hier auf der Suedseite des Gebirges soll es die naechsten Tage sonnig bleiben. Also gute Bedingungen fuer eine erste Gipfeltour!

Ordesa y Monte Perdido

Und die starten wir direkt am naechsten Morgen. Den Monte Perdido im Ruecken, machen wir uns auf, vorbei an den Lagos de la Munia, zu Miss B's erstem Dreitausender, dem Pico de Rubinera. Eine wunderschoene erste Tour, gekroent mit dem Ausblick vom 3003m hohen Gipfel und vorbeifliegenden Geiern.

kurze Pause vorm steilen Anstieg

der Pico de Rubinera in Sicht...
...und der Blick zurück Richtung Monte Perdido

Gipfelpanorama mit den Lagos de la Munia

die Murmeltierwachen behalten uns immer im Auge

die Sonne geht...
und die Schatten werden länger und länger...

Als wir die Runde schliesslich beenden, daemmert es bereits. Ups, dann ist es wohl doch gleich eine zehnstuendige Tour geworden. Recht ambitioniert fuer den Anfang. Unsere Beine tun auch dem entsprechend weh und wir sind ganz schoen platt. Zeit fuer eine kleine Pause.

Nach einem Tag lesen am Pool, bekommen wir Lust in die Pedalen zu treten. Eigentlich wollen wir eine MTB-Runde bei Panticosa machen, doch dort gibt es leider nur E-Mountainbikes im Angebot. Shame on you. Wir haben zwar sehr viel Bock auf unsere ausgesuchte Tour, wollen aber auch nicht unsere Prinzipien uebergehen. Wir lassen die Tour sausen und versuchen unser Glueck nochmal auf franzoesischer Seite in Laruns. Mit Erfolg! Das kleine fahrradverrueckte Oertchen hat klassische MtBs zu verleihen und das nutzen wir natuerlich fuer eine Runde im Pyrenaeen Nationalpark.

Laruns und der Pyrenäen Nationalpark

Man merkt sofort hier ist was anders. Der Fahrradwahnsinn zeigt sich an allen Ecken und Enden, ueberall strampeln sich Menschen jeden Alters die Serpentinen rund um den Ort hinauf und wieder hinunter, alles ohne E-Antrieb. Laruns ist Teil der Tour de France, radeln wird hier gelebt. Und auch wir bekommen das zu spueren als wir unsere Tour starten. Es geht direkt steil los durch kleine Gassen und wir werden immerwieder angefeuert. "Allez Allez" und "Courage" wird uns zugerufen, von Bauarbeitern beim Strassenbau oder auch Frauen die gerade Waesche aufhaengen. Ein Motivationsschub, den wir gut brauchen koennen, denn es geht bergauf, 1200 Hoehenmeter am Stueck. Eine schottrige Serpentine folgt der naechsten bis zum Col d'Agnoures. Dabei passieren wir mal wieder eine wunderschoene Bergkulisse aber auch eine Gang Geier die gerade die Reste einer verendeten Kuh zerlegt. Zuletzt geht es noch durch die Wolkendecke. Und als wir oben ankommen, befinden wir uns sogar ueber den Wolken. Zeit fuer eine kleine Rast, bevor es zur Abfahrt geht.

nur noch eine Serpentine...ich schwörs
natürliche Recyclingarbeiter
Radelpause mit Ausblick
jetzt aber wirklich, letzte Kurve
 
Der Abfahrtstrail hats dann in sich. Steile Haenge, nasse Wurzeln und enge Spitzkehren. Wir kaempfen uns hinab. Und zum Ende finden wir sogar unseren Flow und heizen bis ins Tal.
Am Tag darauf gehts dann auf Wanderrunde zum Pic Midi d'Ossau und um die Lacs d'Ayous. Meine Wunschroute. Die Tour ist etwas einfacher und kuerzer als letztes Mal, aber ebenso imposant, ist sie doch gepraegt vom beeindruckenden Gipfel des Pic Midi. Auch die zahlreichen Bergseen und Tiere machen diese Wanderung zum Erlebnis. Ueberall sind Ponys, Schafis und ein Muli, aber auch mehr Touris.
omnipresent: der Pic Midi d'Ossau

überall Ponys

Lac d'Ayou und mal wieder Pic Midi

auch für Schäfchen ist  noch Platz

der Pic Midi mal von ner anderen Seite :)
 
Doch auch diese Wandertour findet schliesslich ihr Ende und wir muessen "Au Revoir" sagen, beziehungsweise "Hola", denn es geht wieder auf die spanische Seite zu unserem letzten Ziel in den Pyrenaeen, fuer dieses Mal. Es geht auf nach Barruera und den Parc Nacional Aigueestortes i Estany de Sant Maurici, den ich ab jetzt nur noch mit Maurici NP abkuerzen werde!

Baruerra und der Aigueestortes i Estany de Sant Maurici Nationalpark 

Wir schlagen also unser Zelt in Baruerra auf, am suedwestlichen Rand des Parks und unterhalb des Cavallers Stausees. Zu diesem gehts auch gleich an unserem ersten Tag. Direkt neben der Staumauer gibt einige Sportkletterrouten in feinstem Granit und wir lassen uns ein paar davon nicht entgehen. Ein schicker Einstieg, der Lust auf mehr macht. Miss B macht natuerlich auch noch ein paar Mountainbikes fuer den naechsten Tag klar. Es geht also sportlich weiter. Keine Zeit zum Verschnaufen, denn das sind unsere letzten Tage in den Pyrenaeen und die wollen wir voll ausnutzen. Am naechsten Morgen gehts also los, wir holen die Bikes ab und duesen das Tal hinauf. Bei einer vermasselten Flussueberquerung hol ich mir gleich noch pitschnasse Fuesse. Egal, wegen sowas bricht man nicht ab! Der folgende Anstieg ist fuer uns etwas zu asphaltlastig, aber wir kaempfen uns durch und werden mit einer grossartigen Abfahrt belohnt. Erst gehts mit High Speed ueber breite Wege in Richtung Tal und dann folgt ein wunderbarer S3 Trail. Sehr anspruchsvoll, doch mit etwas Mut und bis auf wenige Einzelstellen, sehr gut fahrbar fuer uns. Wir sind auf jeden Fall geflasht! Zurueck am Campingplatz, schauen wir dann den Blitzen in den Bergen zu, denn ab jetzt ziehen abends immer wieder Gewitter heran. Schliesslich treibt uns der Regen in das kleine Lokal am Zeltplatz. Es werden munter Tische und Stuehle verrueckt und alle quetschen sich in den winzigen Raum. Wir geniessen die ausgelassene Stimmung und goennen uns noch lecker Veggie-Burger, Patatas Braves und Hummus. Dann ist's Zeit in den Schlafsack zu kriechen.
 
Wir lieben Platten!
the long Way down

Liegen Steine in deinem Weg...

...dann fahr einfach drüber!
 
Und dann wars soweit, unsere letzte Tour in den Pyraeneen stand bevor. Es geht nochmal rauf zum Cavallers-Stausee, wo wir unsere finale Wandertour starten. Es geht ins Vall de Comalesbienes, zu den Estanys de Comalesbienes und hinauf zum Punta Alta de comalesbienes. Die volle Kreativitaet bei der Namensgebung! Wir folgen dem steilen und, laut Warnschild, gefaehrlichen Anstieg die Schlucht hinauf. Mit Hilfe von EisenKetten queren wir aus der Schlucht hinaus und wandern schliesslich ueber riesige Blockfelder, in denen die Wegfindung gar nicht so einfach ist. Auf 2000m begruesst uns eine Kroete am Wegesrand. Wir vermuten eine neue Gattung, die Unkus Alpina, auch Alpinistenunke genannt. Nach genaueren Recherchen handelt es sich jedoch um eine Erdkroete, halt nur sehr weit oben. An den Comalesbienes-Seen angelangt gibts ne kleine Pause vorm letzten Gipfelanstieg. Doch gestaerkt, bewaeltigen wir auch diesen und stehen auf dem naechsten Dreitausender, dem Punta Alta de Comalesbienes mit 3014m, mit Blick bis zum Pico Aneto, dem Hoechsten Berg der Pyrenaeen.
 
Azalee de Comalesbienes

Heil der Hypnosekröte

Pausenplatz de Comalesbienes

wortwörtlich ein "Punta Alta"


Estany de la Roca

Wir kraxeln wieder vom Gipfel runter und machen uns auf den Rueckweg. Am Estany de la Roca angekommen, hoeren wir ein Rumpeln, das abendliche Gewitter zieht heran. Regen setzt ein, wir steigen um auf Regenklamotten und beginnen etwas schneller zu laufen mit dem Ziel das Refugi Ventosa i Calvell vorm Gewitter zu erreichen. Dort angekommen, stellen wir fest, dass das Refugi geschlossen ist. Viele Menschen quetschen sich in den Schutzraum. Da es noch immer nicht blitzt und donnert, beschliessen wir bis zum Auto weiterzuziehen! Der Maurici NP ist gepraegt von Wasser. Ueberall sind Seen, Baeche, Wasserfaelle. Der Regen hat mittlerweile alles in einen einzigen Wasserpark verwandelt, aus jeder Ecke, jedem Winkel stroemen Baeche und fliessen mit uns auf dem Wanderweg zurueck zum Stausee.

Am naechsten Morgen machen wir uns wieder auf nach Narbonne um unseren Mietwagen abzugeben. Wir fahren als Pyrenaeen-Fans, etwas wehmuetig das die 2 Wochen schon vorbei sind. Viel haben wir erlebt, vieles bleibt noch offen fuer naechstes Mal. Aber ein schoenes Ziel kommt ja noch in diesem Urlaub, mehr dazu dann in Teil 3!

"Bis dann" sagen Miss B & Monk