...und weiter gehts.
Nach nur einem Tag in Arles ziehen wir aufgrund der schlechten Wetterprognosen weiter. Eines unserer Hauptziele wartet auf uns, die Pyrenaeen. Mit dem Zug gehts weiter nach Narbonne, wo wir direkt erstmal wieder stecken bleiben. Der naechste Schnellzug hat zwar noch Platz, aber das Kontingent fuer Interrailtickets ist bereits voll. Ja, ihr habt richtig gehoert, es gibt ein Kontingent fuer dieses Ticket. Das haetten wir auch gern eher gewusst! Uns reichts erstmal, wir beschliessen der Bahn vorerst den Ruecken zu kehren und begeben uns auf die Suche nach einem Mietwagen. Beim dritten Anbieter werden wir fuendig und so bekommen wir "Bonzi", wie wir unseren fahrbaren Untersatz fuer die naechsten 2 Wochen taufen.
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brummli, brummli, brummli, brummli...
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Wir duesen los. Direkt nach dem Parkplatz, an der ersten Kreuzung, halte ich an einer gruenen Ampel, um ein Rettungsfahrzeug mit Sirene und Blaulicht vorbei zu lassen. Die Fahrer*innen im Auto hinter uns sind leider nicht ganz so aufmerksam. Bumms! Auffahrunfall nach nur einer Minute fahrt. Wenns einmal laeuft, dann laeufts! Zum Glueck ist Bonzi so gut wie unbeschadet und wir koennen unseren Weg unmittelbar fortsetzten. Nach kurzer Zwischenuebernachtung, erreichen wir am Tag darauf Bielsa auf der spanischen Seite der Pyrenaeen, ein kleines Oertchen am Nationalpark Ordesa y Monte Perdido. Hier auf der Suedseite des Gebirges soll es die naechsten Tage sonnig bleiben. Also gute Bedingungen fuer eine erste Gipfeltour!
Ordesa y Monte Perdido
Und die starten wir direkt am naechsten Morgen. Den Monte Perdido im Ruecken, machen wir uns auf, vorbei an den Lagos de la Munia, zu Miss B's erstem Dreitausender, dem Pico de Rubinera. Eine wunderschoene erste Tour, gekroent mit dem Ausblick vom 3003m hohen Gipfel und vorbeifliegenden Geiern.
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kurze Pause vorm steilen Anstieg
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der Pico de Rubinera in Sicht...
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...und der Blick zurück Richtung Monte Perdido
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Gipfelpanorama mit den Lagos de la Munia
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die Murmeltierwachen behalten uns immer im Auge
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die Sonne geht...
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und die Schatten werden länger und länger...
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Als wir die Runde schliesslich beenden, daemmert es bereits. Ups, dann ist es wohl doch gleich eine zehnstuendige Tour geworden. Recht ambitioniert fuer den Anfang. Unsere Beine tun auch dem entsprechend weh und wir sind ganz schoen platt. Zeit fuer eine kleine Pause.
Nach einem Tag lesen am Pool, bekommen wir Lust in die Pedalen zu treten. Eigentlich wollen wir eine MTB-Runde bei Panticosa machen, doch dort gibt es leider nur E-Mountainbikes im Angebot. Shame on you. Wir haben zwar sehr viel Bock auf unsere ausgesuchte Tour, wollen aber auch nicht unsere Prinzipien uebergehen. Wir lassen die Tour sausen und versuchen unser Glueck nochmal auf franzoesischer Seite in Laruns. Mit Erfolg! Das kleine fahrradverrueckte Oertchen hat klassische MtBs zu verleihen und das nutzen wir natuerlich fuer eine Runde im Pyrenaeen Nationalpark.
Laruns und der Pyrenäen Nationalpark
Man merkt sofort hier ist was anders. Der Fahrradwahnsinn zeigt sich an allen Ecken und Enden, ueberall strampeln sich Menschen jeden Alters die Serpentinen rund um den Ort hinauf und wieder hinunter, alles ohne E-Antrieb. Laruns ist Teil der Tour de France, radeln wird hier gelebt. Und auch wir bekommen das zu spueren als wir unsere Tour starten. Es geht direkt steil los durch kleine Gassen und wir werden immerwieder angefeuert. "Allez Allez" und "Courage" wird uns zugerufen, von Bauarbeitern beim Strassenbau oder auch Frauen die gerade Waesche aufhaengen. Ein Motivationsschub, den wir gut brauchen koennen, denn es geht bergauf, 1200 Hoehenmeter am Stueck. Eine schottrige Serpentine folgt der naechsten bis zum Col d'Agnoures. Dabei passieren wir mal wieder eine wunderschoene Bergkulisse aber auch eine Gang Geier die gerade die Reste einer verendeten Kuh zerlegt. Zuletzt geht es noch durch die Wolkendecke. Und als wir oben ankommen, befinden wir uns sogar ueber den Wolken. Zeit fuer eine kleine Rast, bevor es zur Abfahrt geht.
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nur noch eine Serpentine...ich schwörs
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natürliche Recyclingarbeiter
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Radelpause mit Ausblick
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jetzt aber wirklich, letzte Kurve
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Der Abfahrtstrail hats dann in sich. Steile Haenge, nasse Wurzeln und enge Spitzkehren. Wir kaempfen uns hinab. Und zum Ende finden wir sogar unseren Flow und heizen bis ins Tal.
Am Tag darauf gehts dann auf Wanderrunde zum Pic Midi d'Ossau und um die Lacs d'Ayous. Meine Wunschroute. Die Tour ist etwas einfacher und kuerzer als letztes Mal, aber ebenso imposant, ist sie doch gepraegt vom beeindruckenden Gipfel des Pic Midi. Auch die zahlreichen Bergseen und Tiere machen diese Wanderung zum Erlebnis. Ueberall sind Ponys, Schafis und ein Muli, aber auch mehr Touris.
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omnipresent: der Pic Midi d'Ossau
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überall Ponys
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Lac d'Ayou und mal wieder Pic Midi
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auch für Schäfchen ist noch Platz
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der Pic Midi mal von ner anderen Seite :)
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Doch auch diese Wandertour findet schliesslich ihr Ende und wir muessen "Au Revoir" sagen, beziehungsweise "Hola", denn es geht wieder auf die spanische Seite zu unserem letzten Ziel in den Pyrenaeen, fuer dieses Mal. Es geht auf nach Barruera und den Parc Nacional Aigueestortes i Estany de Sant Maurici, den ich ab jetzt nur noch mit Maurici NP abkuerzen werde!
Baruerra und der Aigueestortes i Estany de Sant Maurici Nationalpark
Wir
schlagen also unser Zelt in Baruerra auf, am suedwestlichen Rand des
Parks und unterhalb des Cavallers Stausees. Zu diesem gehts auch gleich
an unserem ersten Tag. Direkt neben der Staumauer gibt einige
Sportkletterrouten in feinstem Granit und wir lassen uns ein paar davon
nicht entgehen. Ein schicker Einstieg, der Lust auf mehr macht. Miss B
macht natuerlich auch noch ein paar Mountainbikes fuer den naechsten Tag
klar. Es geht also sportlich weiter. Keine Zeit zum Verschnaufen, denn
das sind unsere letzten Tage in den Pyrenaeen und die wollen wir voll
ausnutzen. Am naechsten Morgen gehts also los, wir holen die Bikes ab
und duesen das Tal hinauf. Bei einer vermasselten Flussueberquerung hol
ich mir gleich noch pitschnasse Fuesse. Egal, wegen sowas bricht man
nicht ab! Der folgende Anstieg ist fuer uns etwas zu asphaltlastig, aber
wir kaempfen uns durch und werden mit einer grossartigen Abfahrt
belohnt. Erst gehts mit High Speed ueber breite Wege in Richtung Tal und
dann folgt ein wunderbarer S3 Trail. Sehr anspruchsvoll, doch mit etwas
Mut und bis auf wenige Einzelstellen, sehr gut fahrbar fuer uns. Wir
sind auf jeden Fall geflasht! Zurueck am Campingplatz, schauen wir dann
den Blitzen in den Bergen zu, denn ab jetzt ziehen abends immer wieder
Gewitter heran. Schliesslich treibt uns der Regen in das kleine Lokal am
Zeltplatz. Es werden munter Tische und Stuehle verrueckt und alle
quetschen sich in den winzigen Raum. Wir geniessen die ausgelassene
Stimmung und goennen uns noch lecker Veggie-Burger, Patatas Braves und
Hummus. Dann ist's Zeit in den Schlafsack zu kriechen.
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| Wir lieben Platten! |
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the long Way down
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Liegen Steine in deinem Weg...
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...dann fahr einfach drüber!
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Und
dann wars soweit, unsere letzte Tour in den Pyraeneen stand bevor. Es
geht nochmal rauf zum Cavallers-Stausee, wo wir unsere finale Wandertour
starten. Es geht ins Vall de Comalesbienes, zu den Estanys de Comalesbienes und hinauf zum Punta
Alta de comalesbienes. Die volle Kreativitaet bei der Namensgebung! Wir
folgen dem steilen und, laut Warnschild, gefaehrlichen Anstieg die
Schlucht hinauf. Mit Hilfe von EisenKetten queren wir aus der Schlucht
hinaus und wandern schliesslich ueber riesige Blockfelder, in denen die
Wegfindung gar nicht so einfach ist. Auf 2000m begruesst uns eine Kroete
am Wegesrand. Wir vermuten eine neue Gattung, die Unkus Alpina, auch
Alpinistenunke genannt. Nach genaueren Recherchen handelt es sich jedoch
um eine Erdkroete, halt nur sehr weit oben. An den Comalesbienes-Seen
angelangt gibts ne kleine Pause vorm letzten Gipfelanstieg. Doch
gestaerkt, bewaeltigen wir auch diesen und stehen auf dem naechsten
Dreitausender, dem Punta Alta de Comalesbienes mit 3014m, mit Blick bis
zum Pico Aneto, dem Hoechsten Berg der Pyrenaeen.
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Azalee de Comalesbienes
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Heil der Hypnosekröte
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Pausenplatz de Comalesbienes
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wortwörtlich ein "Punta Alta"
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Estany de la Roca
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Wir kraxeln wieder vom Gipfel runter und machen uns auf den Rueckweg. Am Estany de la Roca angekommen, hoeren wir ein Rumpeln, das abendliche Gewitter zieht heran. Regen setzt ein, wir steigen um auf Regenklamotten und beginnen etwas schneller zu laufen mit dem Ziel das Refugi Ventosa i Calvell vorm Gewitter zu erreichen. Dort angekommen, stellen wir fest, dass das Refugi geschlossen ist. Viele Menschen quetschen sich in den Schutzraum. Da es noch immer nicht blitzt und donnert, beschliessen wir bis zum Auto weiterzuziehen! Der Maurici NP ist gepraegt von Wasser. Ueberall sind Seen, Baeche, Wasserfaelle. Der Regen hat mittlerweile alles in einen einzigen Wasserpark verwandelt, aus jeder Ecke, jedem Winkel stroemen Baeche und fliessen mit uns auf dem Wanderweg zurueck zum Stausee.
Am naechsten Morgen machen wir uns wieder auf nach Narbonne um unseren Mietwagen abzugeben. Wir fahren als Pyrenaeen-Fans, etwas wehmuetig das die 2 Wochen schon vorbei sind. Viel haben wir erlebt, vieles bleibt noch offen fuer naechstes Mal. Aber ein schoenes Ziel kommt ja noch in diesem Urlaub, mehr dazu dann in Teil 3!
"Bis dann" sagen Miss B & Monk