...doch bevor ich zu unserer großen Mountainbikerunde komme gibts erstmal ein paar ornithologische Exkurse von unserer Kite-Woche in Pruchten im Mai, in der nicht nur die Vögel durch die Luft geflogen sind.
| Gartenrotschwanz |
| Klappergrasmücke |
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| Kiebitze |
Im September folgt dann Kite-Runde Zwei und wir hoffen da anschliessen zu können, wo wir hier erstmal aufhören mussten. Hier gibts erstmal noch ein paar Birdpics bevor ich zu unserer Alpenüberquerung komme.
| Rohrammer |
MTB-Alpenüberquerung 2026
| Classic Picture, das man machen muss! |
| ab durchs Verwall |
Ein paar Classix zu Beginn. Wir fahren wieder mit dem Nachtzug in die Schweiz und danach gehts nach St.Anton im Arlberg, unserem Startpunkt. Die späte Ankunftszeit, lässt nur noch eine kurze Etappe zu und so radeln wir noch gemütlich 2 Stunden hoch bis zur Konstanzer Hütte. Am folgenden Tag wartet dann die erste volle Etappe auf uns. Die Strecke ist aber zum größten Teil bekannt. Durch das Verwall geht es hinauf zur Heilbronner Hütte und wieder hinab nach Galtür und schließlich hinein ins Fimbatal an dessen Ende uns die Heidelberger Hütte, unser Domizil für die Nacht, erwartet.
Eine schlechte Nachricht. Beim Abendessen auf der Heidelberger Hütte bekommen wir dann die Information, dass die Uina-Schlucht gesperrt wurde, unser Tourhighlight. Neeeeiiiiinnnn! Die Geschichte wiederholt sich! War damals bei unserer ersten Transalp schon der Traciolino-Trail gesperrt (unser damaliges Highlight) trifft es uns nun erneut. Wir halten eine Krisensitzung ab, neben der Hütte wo wir gerade genug Netz haben um den Track umzubauen. Die Schweizer geben uns, als offizielle Umleitung, die Route über S-Charl und den Sesvenna-Pass zur Sesvenna-Hütte, unserem nächsten Ziel. Soll angeblich gut machbar sein, mit etwas Schieben, aber das müsste man in der Uina-Schlucht auch, so die Aussage dazu. Na gut, wir nehmen das erstmal so an, doch das bedeutet für uns nochmal mehr Kilometer und Höhenmeter, also zeitig starten am nächsten Morgen.
| Schöner Platz für eine Krisensitzung |
Escalation Tour. Am Tag darauf geht erstmal alles ganz gut los. Wir starten pünktlich an der Hütte und beginnen unseren ersten Anstieg hinauf zum Fimba-Pass. Der Trail hinab hats dann auch erstmal in sich, aber wir kommen gut voran und nach unten wird der Weg dann immer einfacher zu fahren. Eine Baustelle auf dem Weg nach Vna und Ramosch zwingt uns nochmal einen Umweg zu nehmen, aber mit relativ wenig Zeitverlust, erreichen wir schließlich das Ufer des Inn. Nun gehts an diesem entlang nach Sur En (wo wir der Uina-Schlucht nochmal von weitem zuwinken) und weiter bis nach Scoul, wo der nächste Anstieg auf uns wartet.
| eine Schlingnatter (oder Glattnatter) |
Gegen Mittag beginnen wir uns die Serpentinen der Strasse nach S-Charl hochzuschlängeln und danach geht es etwas flacher hinein ins Val S-Charl. Die Sonne macht ihren Job und bei mir wird das Trinkwasser schon knapp, um so mehr freuen wir uns als wir S-Charl erreichen und gleich am ersten Brunnen unsere Trinkflaschen auffüllen können. Zeit für eine etwas längere Pause bei Limo und Pommes. Gegen 15Uhr gehts dann weiter. Noch sind wir zuversichtlich, das wir es gut schaffen können. Wir biegen ab ins Val Sesvenna. Noch rollen die Bikes, doch es wird zunehmend steiler und unsere Kräfte beginnen gleichermassen zu schwinden. Vorbei an der Alp Sesvenna begeben wir uns immer weiter ins Tal hinein. Immer öfter zwingen uns Steilheit und Gelände nun zu schieben. Dann wird es endlich wieder flacher, aber der Weg ist so schmal und verblockt, wir müssen weiter schieben. Ein kurzer steiler Aufschwung zwingt uns schließlich zum Tragen der Fahrräder.
Endlich können wir wieder absetzen, das Gelände wir seichter und es geht zur Abwechslung leicht nach unten. Mal wieder ein Stück fahren, wie schön. Wieder etwas motivierter düse ich los, doch Moment mal, wo führt denn dieser Weg hin? Immer weiter hinein in einen steinernen Kessel. Noch denke ich, gleich wird sich irgend ein Ausgang zeigen. Stellt sich heraus: Nein, dafür eine Steilstufe mindestens 45 Grad, Schotter, Blöcke und etwas Schnee. Das ist unser Weg, ein Zurück gibts jetzt nicht mehr! Mittlerweile gibts in der Sesvennahütte schon Abendessen und auch wir haben Hunger und Lust uns hinzulegen. Wir mobilisieren nochmal alle Reserven, schultern die Räder und nehmen die Steilstufe in Angriff.
| der Piz Sesvenna |
Schritt um Schritt gehts nach oben, voll konzentriert und fokusiert. Immer im Blick wo man hintritt und nicht daran denken wie schwer das Gewicht auf den Schultern lastet. Alle Schmerzen werden ignoriert. Die Gedanken singen ein Lied, einen bekloppten Ohrwurm den man irgendwo aufgeschnappt hat. Und so schaffen wir das letzte große Hindernis zwischen uns und der Hütte. Wir können wieder Absetzen und für einen Moment mal diese wunderschöne Umgebung geniessen! Auch wenn die Zeit drückt, ist es gut mal inne zu halten, sonst vergisst man warum man das eigentlich alles macht.
Noch ein Stück Schieben und wir erreichen den Sesvenna-Pass, womit der letzte Anstieg des Tages erledigt ist. Es ist mittlerweile 19.00Uhr und das Energielevel ist auf Niedrigstand. Nur noch die Abfahrt, die auch nochmal sehr schwer wird, die Konzentration ist weg, die Kraft aufgebraucht, aber das Gelände, steinig und steil, verlangt uns nochmal alles ab. Einige Teile können wir nicht mehr fahren und schieben die Bikes runter. Dann ist sie endlich da, die Hütte, kurz vor 20.00Uhr, nur 12 Stunden nach unserem Start. Die Hütten-Crew ist sogar noch so lieb und hat Essen für uns. Doch die Tour fordert ihren Tribut, Miss B hat scheinbar zu viel Sonne abbekommen, ihr ist übel und schwummrig. Ohne zu futtern gehts für sie ins Bett. Für den nächsten Tag müssen wir umplanen. Die schwere Etappe zur Zufallhütte wird durch einen Pausentag ersetzt.
Ein kleines Päuschen. Wir nutzen den Tag komplett um wieder in die Spur zu kommen, rumliegen in der Sonne, Murmeltieren zuschauen, ein paar Fotos machen und die Strecke für den nächsten Tag umplanen, mehr passiert nicht. Auch mal schön, wenn man nirgendwo hin muss.
Ungeplantes Terrain. Am nächsten Tag folgt aber dann der Wiedereinstieg in unsere Tour. Genug rumgelegen! Um unsere übernächste Hütte auf der Latscher Alm zu erreichen haben wir die Strecke vereinfacht. Erstmal ballern wir 1500 Höhenmeter rasant nach unten bis ans Ufer der Etsch. Danach sind Miss B's Bremsbeläge durch. Wir tauschen sie kurz aus und rollen weiter auf dem Etschradweg flach durchs Vinschgau um so schnell Kilometer zu machen, ein kleiner Fressstop inklusive. Doch irgendwann gehts auch wieder nach oben. 1200 Höhenmeter in endlosen Serpentinen. Stundenlanges Hochkurbeln ohne das sich irgendwas verändert. Nach jeder Kurve sieht es genau so aus wie nach der Letzten. Kaum ein Lüftchen und kaum noch Wasser in meinen Trinkflaschen. Psychologisch der schlimmste Anstieg für mich. Zum Glück kommt dann doch noch eine Wasserstelle, damit ich die restlichen tausend Serpentinen überleben kann. Endlich ist sie in Sichtweite, die Latscher Alm und damit beenden wir diese Etappe und sind wir wieder bei unserem ursprünglichen Plan angekommen.
Ein neuer Tag, ein neues Ziel. Ganz gut erholt, schwingen wir uns am nächsten morgen wieder auf unsere Bikes. Für heute steht einiges an Anstieg auf dem Programm und so gehts auch direkt los. Nach oben. Erst noch ganz moderat in Richtung Tarscher Alm und dann immer steiler werdend bis zum Tarscher Pass, Schieb- und Tragepassagen obligatorisch. Nach dem Pass folgt ein recht heftiger Trail nach unten. Steinige verblockte Spitzkehren zeigen uns deutlich wo fahrtechnisch unsere Grenzen sind. Aber wir kämpfen uns tapfer weiter und landen auf einem breiteren gut fahrbaren Weg. Den Arzkarstausee lassen wir links liegen und düsen hinab ins Ultental für eine kleine Pause in St.Gertraud, vorm nächsten Anstieg.
Weiter gehts. Durchs Valle de Montechiesa strampeln wir eifrig nach oben in Richtung Rabbijoch. Doch die Beine machen sich immer öfter bemerkbar, mittlerweile fehlt uns die Power um so manche Seilstufe zu fahren. Ein Mix aus Laufen und Fahren bringt uns aber auch vorwärts und den Anstieg zu seinem Ende. Vom Passo di Rabbi ist's dann nur noch eine ganz kurze Abfahrt zu unserem Tagesziel der Haselgruber Hütte oder auch Rifugio Stella Alpina al Lago di Corvo. Und endlich gibts auch mal einen Hüttenhund. Dick heißt uns Willkommen auf seine gemütlich charmante Art.| Lago di Corvo |
| Dick checkt unseren Trail aus |
Die letzte große Hürde. Für den vorletzten Tag gibts dann nochmal eine Gewitterwarnung obendrauf zu der eh schon langen Strecke. Aber Morgens siehts noch ganz gut aus, Dick überprüft nochmal den ordnungsgemäßen Zustand unseres Abfahrtstrails und dein heißt es Abschied nehmen von dieser niedlichen, urigen Hütte und ihren Bewohnern.. Der folgende Trail entpuppt sich als wunderschöner flowiger S2 Trail, für uns komplett fahrbar und so gehts mit einem Lächeln im Gesicht gen Tale, genau gesagt ins Valle di Rabbi und dann weiter bis in den Ort Male, wo es erstmal Zeit ist für ein Eis und ein Lemon Soda. Nochmal Abkühlen vor der nächsten schweißtreibenden Passage. In wunderschönen Serpentinen gehts, bei 32 Grad, steil bergauf. Miss B legt gleich mal ordentlich los und lässt mich direkt stehen. Ich arbeite mich hinterher Kurve um Kurve, komplett in Schweiß gehült. Endlich wird es etwas flacher, aber dafür rumpelt es schon ordentlich hinterm Berg. Das versprochene Gewitter ist im Anmarsch und wir haben noch ein ganzes Stück vor uns. Wir treten in die Pedale und hoffen. Noch im Trockenen erreichen wir die Malga Mondifra. Ab hier gehts wieder abwärts. Der Himmel wird immer dunkler über uns. Schnell wegfahren oder Unterstellen? Beim knabbern am Energieriegel fällt das erste Hagelkorn. Noch ein Donner und die Entscheidung ist gefallen. Unter einem kleinen Vordach eines Holzlagers stellen wir uns unter und harren aus. Mittlerweile regnet es sehr stark und unser trocknes Plätzchen füllt sich immer mehr. Auch zwei Esel kommen vorbei um Schutz zu suchen und nutzen direkt die Gelegenheit um uns unser Essen zu entlocken. Der Regen lässt zum Glück bald wieder nach und wir können unsere Tour fortsetzten. Eine kurze Abfahrt führt uns nach Madonna Di Campiglio und hinein in die Brenta Dolomiten. Da kommen Erinnerungen zurück an unsere Klettertour durch die Brenta (siehe Blog: Quattro Stagioni - Vier Jahreszeiten, Vier Urlaube (Belag 4)). Doch heute sind die Berge in graue Wolken gehült und wir müssen uns beeilen bevor noch ein Regenguss kommt. Auf einem Trail queren wir am Hang entlang. Dann gehts das Vallesinella steil bergab und das Valagola wieder bergauf bis zum Lago di Valagola.
Dann heißt es leider nochmal etwas schieben, bis zum Passo Bregn de l'Ors ist es doch etwas zu steil. Noch schnell hinübergefahren zum Passo del Gotro und von hier gehts zu unserer letzten Abfahrt des Tages ins Val d'Algone. Ein rumpliger Trail über eine Wiese, durch Matsch und steinige Rinnen bringt uns schließlich hinab zur Fahrstrasse, die uns zum Rifugio Ghedina bringt, unserem Tagesziel.Ein letztes kleines Stück. Aaahhh! Die finale Etappe ist da. Arsch und Beine freuen sich schon auf eine Pause. Distanz und Höhenunterschied sind überschaubar. Das Val d'Algone führt uns hinab aus der Brenta hinaus und oberhalb des Gardasees geht es gemütlich bis zum Tennosee, wo wir noch genug Zeit haben für einen Badestop im türkisblauen Wasser. Vom See ists dann nur noch ein Katzensprung nach Campi, ein verschlafenes kleines Dorf und Endpunkt unserer Alpenüberquerung. Geschafft, Woohoo, Partytime oder eher Zeit zum hinlegen. und Ausruhen!
3 Tage haben wir dann noch Zeit für leckeres Eis in Riva, kleine Ausflüge, eine Wanderung über den Cima d'Oro zum Lago di Ledro und ein paar letzte Crodini an dessen Ufer, bevor wir wieder mit unseren Rädern bis nach Rovereto fahren, von wo uns die öffentlichen Verkehrsmittel wieder mehr oder weniger zuverlässig nach Hause bringen.
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| Gipfelschaf statt Gipfelkreuz |
Ciau Freunde bis zum nächsten Mal !
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| Perla |




