Freitag, 20. Mai 2022

In Loving Memory

 Weißt du noch, wie du morgens immer ums Bett herumgekommen bist? Ich hab dich im Halbschlaf schon leise gehört, deine Schritte auf dem Boden und schließlich ein Schütteln. Ich hab vom Bett heruntergeschaut und du hast mich mit großen Augen angeschaut und wir beide wußten genau was du wolltest! Also ließ ich meinen Arm herunterhängen und du hast dein Köpfchen in meine Hand gedrückt und ich hab dich gekrault, so lange bis du keine Lust mehr hattest. Dann bin ich aufgestanden und du hast dich wieder hingelegt.

 Und jetzt? Ich schau auf dein Deckchen, ich schau auf der Strasse neben mich und du bist nicht mehr da. Aber du warst doch immer da!

 Über viele Jahre hast du uns stets treu begleitet, kein Ziel zu weit entfernt, kein Abenteuer zu verwegen. Pfote in Hand gings immer voran. Doch nun bist du nicht mehr da und wir versuchen weiterzuleben, doch ohne dich fühlt es sich nur wie sinnloses herumtaumeln an. Ein Teil von uns ist mit dir gegangen und wird nicht mehr zurückkehren. Was bleibt sind Erinnerungen an die beste Freundin die man haben kann und an die gemeinsamen Erlebnisse.



 Ich stell mir vor wo du jetzt bist und wie's dir dort geht. Ich seh dich glücklich über grüne Wiesen rennen, Stöckchen knabbern, Bällchen spielen. Und eines Tages werde auch ich den Schritt gehen, den du gegangen bist. Eine Reise ins Unbekannte. Und dann werden wir uns wiedersehen!

"...in meinem Herz, in meiner Seele, in meiner Welt wirst du immer bei mir sein..."
                                                                (für immer und ewig - TLUF) 
 
 

Goin' late, Goin' big

 Mal wieder hält der Frühling Einzug und überall sprießen Blümchen aus dem Boden, die ersten Insekten schwirren umher und die Vögel zwitschern ihre Lieder von den Bäumen. Eigentlich Zeit um draussen die heimischen Felsen zu erklimmen! Doch Honk & Monk hatten andere Pläne. Frühjahrsboardtouren unter dem Motto "Bike to Ride" standen auf dem Programm. Ein paar schöne Gipfelideen im Kopf, machten wir uns Mitte April nochmal auf den Weg Richtung Alpen, um ein letztes mal für diese Saison aufs Brett zu steigen.

Spring at home

Röschen im Busch
 
Rotmilan auf'm Busch

 Erster Streich: Hochglück

...Und so gings auf zu unserem ersten Ziel, dem Hochglück im Karwendel.

Erst im Mai öffnet die Mautstrasse ins Engtal, aber um die Tourieschwämme in ihren Blechmobilen zu umgehen, kann der motivierte Tourengeher schon früher im Jahr mit dem Rad die 12 km und 400 Höhenmeter zur Engalm hinter sich bringen, eine landschaftlich schöne Strecke vorbei an den beiden Ahornböden. Soweit auch unser Plan. Noch nie vorher probiert, sollte diese Tour für uns als erstes Experiment dieser Art dienen.

Bis zur Alm lief alles soweit ganz gut, leichter Zeitverzug, aber die Ausrüstung ließ sich ganz gut auf den Bikes transportieren. Und so gings auf zur Tour, aber wir merken schon bald das uns die Energie fehlt. Die Beine wollen nicht ganz so wie wir. Die Zeit verstreicht. Die Aprilsonne setzt uns zu. Am Anfang der steilen, finalen Rinne zum Gipfel müssen wir aufgeben. Wir sind platt und es ist bereits zu spät. Wir geben uns geschlagen, für dieses Mal! Aber wir kommen wieder.

ein Ahorn macht noch keinen Ahornboden

Blick zur Eiskarlspitze

biking back ohne Gipfel im Gepäck

...was macht man wenn man es nicht auf einen 2573m hohen Gipfel schafft? Genau, man probiert es mit einem 3360m hohen Gipfel! Also auf zur Hochalmspitze, der Königin der Tauern.

Zweiter Streich: Hochalmspitze

Wir ziehen um ins Maltatal nach Kärnten. Die Schranke zur Mautstrasse ist bereits geöffnet und somit können wir direkt zur Gmünder Hütte hochfahren. Das erspart uns einige Höhenmeter mit dem Fahrrad auf der steilen Asphaltstrasse. Unser Ziel für den Tag ist die Villacher Hütte, eine Selbstversorgerhütte und Zwischenstation auf dem Weg zur Hochalmspitze, der höchste Gipfel, den wir je als Boardtour gemacht haben. Der Forstweg am Beginn der Tour hat leider keinen Schnee mehr zu bieten, denn auch dieser Winter kam schneeärmer daher als normal. Für uns heißt das erstmal Splitboard und Schneeschuh tragen, Serpentine um Serpentine, und dann ... endlich Schnee! Wurde auch Zeit! Wir können somit anschnallen und das letzte Stück zur Hütte vortsetzen, umringt von herrlicher Natur und dem Blick auf die gegenüberliegenden Berge, wie dem Großen Hafner. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir die Hütte. Jetzt heißt es nur noch Ofen anfeuern, Schnee schmelzen, futtern, Tee trinken, Füsse hochlegen und dann ab ins Bettenlager. Denn am nächsten Morgen solls mit den ersten Sonnenstrahlen wieder losgehen!

kaum zu verfehlen - die Villacher Hütte

Honk kocht

 Um 5 Uhr heißts schon wieder aufstehen. Wir wollen so viel wie möglich Strecke schaffen, bevor die Sonne ihr volle Kraft entwickelt. Und es geht gut los, bei angenehmen morgendlichen Temperaturen, schlängeln wir uns durch die Steinfelder und erreichen schließlich den Gletscher, der sich bis unter den Gipfel erstreckt. Auf dem Gletscher entdecken wir noch eine Schar Vögel, die sich in der Sonne aufwärmen. Uns ist es bis jezt noch nicht gelungen diese zu bestimmen. Wenn ihr sie auf dem Foto unten erkennt, dann gebt euer Wissen gern an uns weiter. Für uns war das auf jeden Fall eine einmalige Begegnung auf 2700m.

the rocky Road to Hochalmspitze

high sitting Birds

 Aber für uns gings ja noch weiter, über den Gletscher immer stetig hinauf. Die letzte Steilstufe überwindend verlassen wir schließlich das Eisfeld und gelangen ins Kar zwischen den Elendsköpfen und unserem Gipfel. Ab hier gehts zu Fuss weiter über den Grat, mit reichlich Tiefblick. Ein letztes Mal konzentrieren, sicher treten und wir habens geschafft! Gipfelerfolg! Big Smile! Als Belohnung gabs einen wunderschönen 360 Grad Panoramablick mit so einigen bekannten Gipfeln. 

Am Ende des Gletschers

der letzte Grat
 
die Königin der Tauern

"... Get on the Top of it, make all the Pieces fit,

keep the Fire burning..."    

                             (Keep the Fire burning - Dub Pistols)

 Danach gings auf zur wunderbar langen Abfahrt zurück zur Hütte, wo wir erstmal die Füsse hochlegen und alle Viere gerade sein lassen, immerhin hatten wir so eben unsern höchsten Skitourenberg ever erklommen,

Wir entscheiden noch eine weitere Nacht auf der Villacher Hütte zu verbringen, den uns gefällt's einfach so sehr da oben.  

der Letzte macht das Licht aus

Unser Dritter Streich sollte eigentlich das dritte Watzmannkind werden, wieder mit Bikeunterstützung. Doch leider machte uns dieses Mal das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nur ein kleiner Ausflug ins Dösener Tal ist noch drin, eine Neuerkundung für vielleicht zukünftige Projekte. Wir werden sehen! Mit dem einsetzenden Regen treten wir die Heimreise an und sagen Auf Wiedersehen Alpen.