Belag Eins - Wintersaison ist Skitourenzeit
Wie jedes Jahr gab es wieder ein paar Vorbereitungstage im Erzgebirge, bevor es fuer Miss B und mich in Richtung Alpen ging. Fleissig stiefelten wir die Haenge hoch um fit zu werden fuer die grossen Gipfel. Dabei gab es hin und wieder die ein oder andere Begleitung, wie zum Beispiel die kleine Merle im Bild.Ende Februar gings dann endlich los ins Schmirn- und Valsertal. Das Leihauto vom Honk bepackt zogen Miss B und Monk fuer eine Woche in das wohl kleinste Appartment im Alpenraum ein. Und dann gings auch flott los, eine Woche Skitouren, Gipfel um Gipfel nahmen wir in Angriff. Dabei stellten sich selbst die einfacheren Touren als sehr schwierig raus, da die eisigen Waldabfahrten fahrtechnisch sehr anspruchsvoll waren. Es braeuchte Neuschnee und zwar nicht zu knapp. Miss B kaempft sich trotzdem mit mir munter durch und am Ende koennen wir doch noch vier Gipfel erklimmen und hinunterduesen. Unter anderem die Ottenspitze direkt hinter unserem Appartment, den Sattelberg zum zweiten Mal, die Vennspitze und den Jochgrubenkopf.



Das Wetter zeigte sich wechselhaft und die schneebedingungen suboptimal, so dass wir immer wieder abbrechen oder improvisieren mussten. So landeten wir auch einmal im Miniskigebiet im Ridnauntal, wo wir uns mit einem Schlepplift und jeder Menge Sulzschnee vergnuegten. Ein riesen Spass auch ohne viele Pisten! Einen Tag ging ich noch allein auf grosse Skitour, waehrend sich Miss B auf Schneewanderung zum Padauner Kogel begab. Fuer mich gings erstmal das Wildlahnertal hinauf, wo dann die Entscheidung fiel Richtung kleiner Kaserer weiterzuziehen. Eine lange anspruchsvolle Tour bis in die Hoellscharte, wohin ich fast komplett spuren musste. Bei der anschliessenden Gratkletterei zum Gipfel muss ich dann leider passen. Zu riskant ist die Kletterei und zu unangenehm waeren die Konsequenzen eines Absturzes. Leider kein 3000er diesmal fuer mich, aber die Traumabfahrt und der wunderbare Schnee da oben, entschaedigen mich.
Und damit ist unsere erste Urlaubswoche dann auch wieder vorbei. So einiges haben wir geschafft und zufrieden gehts wieder nach haus. Vorerst sagen wir Bye Bye Alpen... aber wir werden uns schon bald wieder sehen.
Belag zwei - Fruehlingswind & Kitevergnuegen
Im zweiten Urlaub dieses Jahr sollte ein lang gehegter Plan endlich in die Tat umgesetzt werden. Schon mehrmals hab ich Anlauf genommen um Kitesurfen zu lernen. Leider hab ichs nie weit geschafft, zumeist auf Grund von Windmangel. Dieses mal gings nach Pruchten in die Kiteschule. Und es geht ohne viel Umschweife direkt ins Wasser. Unser Lehrer erklaert uns alles direkt beim tun. Wir machen zuegig Fortschritte mal bei wenig Wind mit grossem Kite, mal bei viel Wind mit kleinem Kite. Schliesslich bekomm ich meinen kleinen Traum erfuellt und wir starten mit Brett aus dem Wasser und fahren unsere ersten kurzen Strecken auf dem Board. Yeah!
Miss B, die zum ersten Mal einen Kitekurs nimmt und das gleich richtig richtig gut macht, und ich sind am Ende total begeistert und wollen das Kiten auf jeden Fall fortfuehren.
Da die Wassertemperaturen im Mai noch nicht zu hoch sind und wir als Anfaenger doch mehr Zeit im Wasser als oben drauf verbringen, sind wir trotz Neoprenanzug nach circa 4 Stunden pro Tag Kiten abgekuehlt und machen Feierabend. Die restliche Zeit und die Kursfreien Tage verbringen wir mit Biken, Miss B bekommt ihren Ausritt aufm Pferd und ich spiele gern mal mit Tao dem Hund bei unserer Ferienwohnung.
Und damit war dieser Urlaub auch schon wieder zu Ende. Voll motiviert wieder zu Kiten, fahren wir zu Miss B's Geburtstag nochmal Richtung Leipzig, wo wir am Hainer See, bei kaum Wind, unsere ersten Erfahrungen mit Mattenkite und Schwimmrevier sammeln.
Belag drei - Sommer, Sonne, MTB
Und so stand Urlaub Nummer 3 vor der Tuer, fuer den wir schon eine Weile fleissig trainiert hatten. Das war auch noetig, denn die von Miss B geplante Mountainbike-Transalp-Strecke hatte es in sich, dazu kam die Anreise mit Oeffis, keine Gondelbahnunterstuetzung und kein Gepaecktransport! Zuletzt gabs immer wieder ausgiebige Trainingseinheiten im Erzgebirge. Hoehenmeter und Kilometer sammeln um fit zu werden fuer die geplante Tour.
Am letzten Juniabend war es dann soweit, zusammen mit unseren Bikes Reta und Dodo, nehmen wir den Nachtzug nach Zuerich und von dort bringt uns ein weiterer Zug nach St. Anton am Arlberg, dem Startpunkt unserer Transalp.
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Fix umgezogen am Bahnhof, noch etwas Wasser besorgt und schon gings los auf unsere erste Etappe. Aufgrund der Zuganreise starten wir am Nachmittag und die Strecke zu Heilbronner Huette ist nicht zu lang, aber die 1200 Hm wollen auch erstmal gefahren werden. Aber alles laeuft nach Plan und wir geniessen unseren ersten Anstieg und die Begruessung der ersten Murmeltiere.

Gut gestaerkt und ausgeschlafen gehts am naechsten Morgen von der Heilbronner Huette los. Die anspruchsvolltste Etappe unserer Tour liegt vor uns. Wir starten mit einer Abfahrt in die tief haengenden Wolken und folgen spaeter einem langen Radweg bis nach Ischgl, wo wir uns nochmal mit leckeren Broetchen von der Tankstelle staerken, bevor wir uns an den sehr sehr langen und steilen Anstieg hinauf zur Greitspitze (2871m) machen. Meter fuer Meter kaempfen wir uns nach oben, obwohl es nicht immer ganz leicht ist sich zu motivieren, bei all den Liftanlagen und E-bikern. Aber wir erreichen die Idalpe und nach einer kurzen Pause arbeiten wir uns, zusammen mit zwei weiteren Leidensgenossen, rauf zum Flimjoch. Danach gehts weiter steil rauf, mit etwas Schieben, zur Greitspitze, Peak Point des Tages. Mittlerweile ist es bereits Nachmittag, also bleibt nicht viel Zeit zum Geniessen, sondern es heisst fleissig weiter in die Pedale getreten. Ueber den Grat gehts zum Salaaser Kopf und ein sehr schoener Flowtrail bringt uns zum Zeblasjoch. Von dort aus geht es immer weiter den Zeblastrail hinab bis ins Fimbatal. Von hier an folgen wir dem Weg das Tal hinauf, sanft ansteigend und ueppig bevoelkert von Murmeltieren, bis zur Heidelberger Huette, unserem Tagesziel. Puenktlich zum Abendessen beenden wir diese schwierige Etappe. Und nach dem leckeren veganen Essen heisst es dann Gute Nacht.

Der naechste Morgen beginnt direkt mit einem satten Anstieg zum Fimberpass, auf dem wir unsere Bikes teilweise tragen muessen. Am Pass angekommen begruessen uns zwei Steinboecke und eine richtig lange spannende Abfahrt wartet auf uns. Und dann gehts los, steil und steinig folgen wir dem Trail hinab durchs Val Sinestra. Es folgt ein kurzer Zwangsstop wegen eines platten Reifens, doch schon gehts weiter. Der nun sehr wurzelige Trail fuehrt uns ueber zwei Haengebruecken bis nach Sent und schliesslich nach Scuol, meine ehemalige Arbeitstaette. Hier verpflegen wir uns erstmal ordentlich und relaxen in der Sonne. Danach folgen wir dem Tal traversierend immer entlang des Suedhanges und oberhalb des Inn, vorbei an Ftan, Ardez und Guarda. In Susch angekommen versorgen wir uns mit reichlich Koestlichkeiten fuer den Abend, denn heute ist selbstverpflegen angesagt. Vom Laden gehts nur noch ums Eck zur Unterkunft. Doch unser GPS-Track fuehrt uns an den Inn aus dem Ort hinaus. Was ist da los? Ups, wir waren noch gar nicht in Susch. Das Oertchen Lavin hatten wir ganz vergessen. Also strampeln wir mit dem ganzen Essen, als Zusatzgewicht, weiter am Inn entlang und gelangen in den naechsten Ort, dieses mal aber wirklich Susch und beziehen unser Zimmer in einem etwas schrulligen aber netten B&B.

Am Tag darauf geht es weiter entlang am Inn. Ein gemuetlicher Start, abgesehen davon, dass mein Schlauch wieder seinen Dienst versagt und erneut ausgetauscht werden muss. In Zernez angekommen, finden wir einen kleinen Bikeladen der uns mit neuem Schlauchmaterial versorgt. Beruhigt kann ich weiter fahren. Am Hang entlang folgen wir weiter dem Tal bis nach Susauna. Hier heisst es Abschied nehmen vom Inn. Der naechste lange Anstieg steht bevor, beginnend als asphaltierter Radweg wird er bald zum einfachen Schotterweg mit steilen Rampen und schliesslich zum Singletrail ueber Almwiesen und Steine. Um uns herum gibts nur noch wunderschoene Alpenfauna und Horden von Murmeltieren, die uns erstaunlich nah herankommen lassen, bevor sie mit entsetztem Blick den Abstand wieder vergroessern. In Mitten dieser Alpenidylle geniessen wir die Stille und Menschenleere waehrend wir uns immer weiter nach oben kurbeln. Und dann ist sie ploetzlich in Sichtweite, die Keschhuette auf 2600m mit den Resten des Gletschers und dem gigantischen Piz Porchabella im Hintergrund. Ein kurzes Stueck schieben und wir sind an der wunderschoen gelegenen Huette und unserem heutigen Nachtlager angekommen.


Der naechste Morgen begruesst uns mit Sonnenschein und einer unheimlich langen Abfahrt hinab nach Berguen. So lang, dass immer mal kleine Stops zum Haende ausschuetteln noetig sind. Weiter gehts entlang des Fluesschens Albula, mal entspannt, mal trailartig bis nach Tiefencastel. Ab hier heisst es dann erstmal, die steile Asphaltstrasse hinauf bis nach Mon zu bewaeltigen, bevor wir etwas rollen lassen koennen bis nach Savognin, wo wir in der Sonne sitzend noch mal ordentlich Energie auftanken. denn ab hier gehts straff bergauf, erst bis zum Stausee Lai da Marmorera und schliesslich bis ins Bergsteigerdorf Bivio, unserem heutigen Etappenziel.
Nach einer erholsamen Nacht in unserem gemuetlichen Apartment, beginnt unser vorletzter Tag auf dieser Transalp mit einem sportlichen Anstieg hinauf zum Septimerpass, gefolgt von einer Abfahrt die uns unsere Grenzen aufzeigt. Die alte Roemerstrasse hat es in sich, steil, verblockt und in Serpentinen gehts hinab. Challenge accepted, wir geben alles. Miss B kollidiert fast noch mit einem Babymurmeltier, aber dank guter Bremsen und schneller Reaktion, bleiben alle unversehrt und kommen mit einem kleinen Schrecken davon. Doch auch dieser Trail hat leider ein Ende und nun muessen wir durch urbanes Gelaende. Mit wenig Begeisterung kaempfen wir uns durch den Verkehr bei Chiavenna und freuen uns als wir den Radweg am Ufer der Mera erreichen. Wir verschnaufen kurz doch dann muessen wir weiter, dunkle Wolken ziehen auf, es donnert und die ertsen Blitze zucken. Wir heitzen den Radweg entlang in der Hoffnung dem Gewitter zu entkommen, doch dann hat es uns eingeholt. Mit dem einsetzenden Regen, fahren wir in eine kleine Scheune am Wegesrand und warten erstmal ab.
Wir schluepfen in unsere Regensachen und radeln wieder los. Mittlerweile regnet es nicht mehr zu stark und das Gewitter ist auch weiter gezogen. Es geht nach Verceia, wo der naechste lange Anstieg auf uns wartet. Dort angekommen beginnen wir die Auffahrt zum Tracciolino-Trail, unserem Highlight zum Schluss. Der Tracciolino ist ein auf einer alten Schmalspurbahnstrecke angelegter Trail durch den Berg mit allerlei Tunneln und wir freuen uns schon sehr darauf. Serpentine um Serpentine kaempfen wir uns die sehr steile Strasse nach oben, zum Einstieg in den Trail. Als wir dort ankommen, begruesst uns ein Schild mit der Aufschrift " Tracciolino wegen Felssturz gesperrt". Sehr unguenstig und im doppelten Sinne zieht uns diese Nachricht runter, hatten wir uns doch so sehr auf den Trail gefreut und unser Rifugio koennen wir nun auch nicht mehr rechtzeitig erreichen. Die Nerven liegen kurz blank. Ein neuer Plan muss auf die schnelle her. Wir sagen unsere Buchung ab und finden ein neues Rifugio. Meine Anfrage per Anruf, scheitert leider an der Sprachbarriere. Auf gut Glueck folgen wir der Strasse weiter hinauf, schliessen unsere Bikes im Wald an und wandern weiter rauf bis nach Frasnedo zum gleichnamigen Rifugio. Auf dem Weg treffen wir durch Zufall die Besitzer der Huette und verstaendigen uns mit Haenden und Fuessen, bis klar wird, wir wollen uebernachten. Wir sind die einzigen Gaeste und fuer uns wird nochmal alles aufgefahren. Unsere Rettung, vielen Dank nochmal dafuer.
Die letzte Etappe am naechsten morgen fuehrt uns dann nur noch bergab durchs "Tal der Ratten" und schliesslich nach Colico am Komersee und dem Ende unserer Alpenueberquerung. Am Ende sind wir stolz auf eine gefahrene Strecke von 322 km und ca.9720 Hoehenmeter. Kann sich doch sehen lassen! :-)
Wir geniessen noch einen Tag mit Baden und Essen gehen, bevor wir mit dem Bikeshuttle nach Lugano gebracht werden. Per Zug gehts dann weiter nach Zuerich und mit dem Flixbus nach Hause. Geschafft! Was fuer ne schoene und doch anspruchsvolle Tour!
Belag Vier - Alpine Touren und fallende Blätter
An dieser Stelle wollte ich eigentlich was zur Vorbereitung fuer unsere grosse alpine Klettertour durch die Brenta-Dolomiten im Herbst schreiben. Doch irgendwie ist die Klettertrainingsphase dann wohl doch etwas untergegangen und dann war es bereits September und los gings...
Mit voll gepackten Rucksaecken gehts zum Flixbus, der uns erst nach Prag und dann ueber Nacht bis nach Trento bringt. Dort gehts dann direkt weiter mit dem Regionalbus bis nach Sant Antonio di Mavignola und schon stehen wir am Beginn unserer sechstaegigen Tour. Der Plan ist es der Via delle Normali zu folgen, so gut es geht. Mal sehen wie normal das wird! Fuer alle Eventualitaeten geruestet mit Kletterzeug, Friends & Keilen, Klettersteigset, Eispickel & Steigeisen und und und... kann es endlich losgehen!
Am ersten Tag steht erstmal eine laengere Wandertour auf dem Programm. Stetig gehts bergauf bis zum Lago di Valagola. Und danach wird es noch steiler, das Val di Nardis hinauf. Die Baeume werden weniger, die Steine werden immer mehr und sechs Stunden spaeter erreichen wir unsere erste Huette, das Rifugio Dodici Apostoli in traumhafter Kulisse.


Nach einer gemuetlichen Nacht und einem leckeren Fruehstueck mit Marmelade und Weissbrot (die vegane Alternative!) gings am naechsten Morgen los zur ersten grossen Etappe der Via delle Normali. Kurz besichtigen wir noch die in den Berg geschlagene Kapelle des Rifugios und dann gehts auf Richtung Bocchetta Klettersteig. Auf dem Weg begruessen wir die ersten Gaemsen und hoeren so seltsame Geraeuche, die so aehnlich klingen wie Ruelpsen. Und dann entdecken wir eine Gruppe Alpenschneehuehner, daher kamen diese vertrauten Sounds! Wir steigen den Klettersteig hinab und koennen unsere Huette fuer den Abend schon sehen, das Rifugio Agostini. Aber zuerst widmen wir uns noch unserer ersten Alpinkletterei auf dieser Tour auf den Cima d'Ambiez. Also noch ein Stueck wandern und schon stehen wir unter den gewaltigen Waenden des Gipfels.


Wir steigen ein in die lange Normalroute an der Suedseite und suchen uns den Weg durch die riesige Wand. Mit wechselnder Fuehrung kommen wir gefuehlt recht zuegig voran. Die Route finden wir auch ganz gut bis auf kleine Ausnahmen, die uns jedoch nicht allzuviel Zeit kosten. Angenehme Kletterei in traumhafter Kulisse, nur an das lose Gestein hier und da muessen wir uns noch etwas gewoehnen. Und dann ist es soweit, 17 Seillaengen spaeter, erreichen wir den Gipfel des Cima d'Ambiez 3102m.

Wir entspannen und geniessen den Moment, allerdings nur sehr kurz. Es ist mittlerweile 17 Uhr und wir haben noch einiges an Abstieg vor uns, also los gehts. Wir klettern kurz ab und erreichen den ersten Abseilpunkt. Ueber groellige Rinnen seilen wir Stueck um Stueck hinab. Auch die Abseiloesen finden ist gar nicht so einfach, doch acht Abseilstrecken spaeter, erreichen wir den Bocca d'Ambiez auf der Nordseite des Gipfels. Es daemmert bereits. Zuegig packen wir das Seil ein, legen unser Klettersteigset an und starten den weiteren Abstieg ueber den Klettersteig. Wir beeilen uns, doch in der Haelfte des Steigs ist die Sonne weg und wir stehen im dunkeln. Also kramen wir unsere Stirnlampen raus und weiter gehts, denn hier koennen wir nicht bleiben. Und dann sind wir am Ende des Klettersteigs und stehen direkt vor dem naechsten Problem, der weitere Wegfuehrt ueber den D'Ambiez Gletscher, doch wir koennen im Dunkeln nicht so richtig sehen, wo genau der Einstieg auf den Gletscher ist. Wir ueberlegen hin und her was wir tun. Mit Eispickel, Steigeisen und Seilsicherung beweg ich mich dann vorsichtig an ein paar Gletscherspalten vorbei auf den Gletscher und Miss B folgt mir hinterher. Sehr erleichtert sind wir als wir wieder vom Eis runter kommen. Ab hier heisst es jetzt nur noch wandern bis zum Rifugio. Aber ob uns da noch jemand empfaengt? Wieder verstauen wir das ganze Equipment in den Rucksaecken und laufen los. Auf dem Weg schauen mich ploetzlich 5 Augenpaare aufgeregt an! Wir halten an. Eine Gruppe Schneehuehner sitzt vor uns auf dem Pfad im Dunkeln und ueberlegt was zu tun ist. Dann verlieren Sie doch die Nerven und flattern davon. Danach begleitet uns nur noch das Gurgeln des Gletscherwassers bis zum Rifugio Agostini, das wir um 22 Uhr erreichen. Und wir haben Glueck es ist noch gerade noch so jemand wach, der uns eincheckt und uns ein Zimmer gibt. Zu Essen gibts fuer jeden noch ein alkoholfreies Bier, den die Kueche ist natuerlich schon geschlossen. Aber egal, wir sind froh heil angekommen zu sein und eh muede. Also ab in die Huettenschlafsaecke!
Der naechste Morgen beginnt mit leckerem Weissbrot und Marmelade! Wir wollen es ruhig angehen lassen nach der gestigen Tour und beschliessen heute nur zu wandern zur naechsten Huette. Keine Kletterei heute, dafuer mehr Zeit fuer Verpflegung und Erholung. Immerhin sind wir ja im Urlaub.
Was folgt ist eine sehr schoene und gemuetliche Wanderung zum Rifugio Tosa Pedrotti mit reichlich Pausen, Sonne und Bergen zum bestaunen. Dieses Mal sind wir auch zeitig genug an der Huette um uns noch mit einem kuehlen Getraenk ewas in die Sonne zu legen.Leckeres Weissbrot und Marmelade begruessen uns am Beginn des naechsten Tages. Heute gehts nochmal richtig zur Sache. Die Klettertour auf den Campanile Alto steht bevor. Doch am Anfang lauf ich erstmal direkt in die falsche Richtung los, um dann an der ersten Kreuzung zu merken, dass ich den Kletterfuehrer im Rifugio vergessen hab. Also alles wieder zurueck. Miss B findet das Guidebook und wir wagen einen Neustart. Dieses Mal klappts und wir erreichen den Bocca di Brenta und damit den Einstieg zum Klettersteig Bocchette Centrali. Diesem folgen wir, an Drahtseilen entlang, bis zum Einstieg in unsere Klettertour.

Es geht durch eine beeindruckende Felslandschaft, mit einigen Hoch- und Tiefblicken und umringt von Steintuermen. So schlaengeln wir uns vorwaerts und am Gegenverkehr vorbei und dann stehen wir vor unserem Turm. Kurz verschnauft und dann kanns losgehen. Miss B beginnt und dann wechseln wir den Vorstieg. 8 Seillaengen klettern wir nach oben in mal mehr, mal weniger festem Gestein und am Ende erreichen wir den Gipfel, unser zweiter der Via delle Normali, mit einem atemberaubenden Panoramaausblick. Danach gehts, per Abseilen, die gleiche Strecke zurueck und ueber den restlichen, jetzt weniger begangenen Klettersteig, bis zum Rifugio Alimonta, wo wir diesen grossartigen Tag bei sehr netter Gesellschaft ausklingen lassen.

Beim lecker Weissbrot und Marmelade fruehstuecken am naechsten Morgen, wird schnell klar, heute geht nicht viel mit klettern. Die Wolken haengen tief und es regnet bereits ein wenig. Viel Aussicht auf Besserung gibt der Wetterbericht auch nicht. Schweren Herzens lassen wir die Klettertour auf den Cima Brenta links liegen und wandern hinab zum Rifugio Brentei und von da machen wir einen extra Schwenk durch den Nebel zum Rifugio Casinei, wo wir uns ein leckeres Mittagessen goennen und den folgenden Regen abwarten. Als dieser vorbei ist wandern wir wieder hinauf zum Rifugio Tuckett, unserem naechsten Nachtlager.
Lohnt es sich zu erwaehenen was es am naechsten Morgen zum Fruestueck gab. Ihr ahnt es sicherlich. Als vegane/r Bergfreund*in ist es manchmal nicht so leicht. Aber runter damit, wir brauchen die Energie, denn heute greifen wir nochmal an und versuchen den Cima Groste zu erklimmen. Aber zuerst gehts ueber den fast nicht mehr vorhandenen Gletscher hinauf zum Bocca del Tuckett und hinein in den Klettersteig Alfredo Benini. Ueber unzaehlige Felsbaender und vorbei am wolkenverhangenen Cima Falkner erreichen wir unsere Klettertour und koennen gerade noch einen letzten Blick auf sie werfen, bevor auch sie in den Wolken verschwindet. Gleichzeitig setzt leichter Regen ein. Uns wird klar, das wird nix mehr mit klettern heute und so begeben wir uns wieder auf den Benini-Klettersteig bis zum Rifugio Stoppani.


Das Rifugio ist fuer uns etwas seltsam. Untergebracht zwischen Lagerraeumen im Keller, kommen wir uns fehl am Platz vor. Dafuer koennen wir mal laenger warm duschen und zum Fruehstueck gibts reichlich Obst und angeblich vegane Croissants. Wir hoffen einfach mal, dass das stimmt und hauen ordentlich rein. Heut gibts die letzte Tour und damit die letzte Chance auf Gipfelglueck. und diese Chance wollen wir nutzen. Wir ziehen los in Richtung Gratueberschreitung von Cima Pietra Grande und Cima Vagliana. Aber auch heute muessen wir uns den Wolken geschlagen geben. Die Gipfel verschwinden vor uns im Nebel und wir biegen ab auf den Klettersteig Gustavo Vidi und entscheiden uns fuer eine Umrundung der beiden Gipfel.


Doch auch das zieht sich hin und wird am Ende eine ganz schoen lange Tour. Am Nachmittag kommen wir an unserer letzten Huette an, dem Rifugio G.Graffer. Dort treffen wir am Abend noch unsere beiden britischen Freunde die parallel mit uns unterwegs waren. Ein letztes mal Minestrone & Pasta Pomodori, eine letzte Nacht im Etagenbett und natuerlich ein letztes mal Weissbrot mit Marmelade zum Fruehstueck und dann ist es soweit der Abstieg nach Madonna di Campiglio beginnt. Wir sind zufrieden 2 von 10 Gipfeln erklommen, alle sind gesund und wir hatten wunderschoene Erlebnisse und Abenteuer in einer grossartigen Landschaft. Der letzte Tag begruesst uns noch mal mit magischer Stimmung. Inversionswetterlage. Wir laufen hinab in die Wolken die sich langsam lichten. Murmeltiere verabschieden uns auf unserem Weg mit lauten Pfeiftoenen. Und dann sind wir im Talort angekommen, wo wir den Bus nach Trento nehmen. In Trento verwoehnen wir uns nochmal mit veganen Koestlichkeiten und ruhen uns im Park aus, bevor uns der Flixbus ueber nacht wieder nach Hause bringt. Ciao Brenta! Und auch wir sagen Ciao, bis naechstes Jahr!