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Tag der offenen Heckklappe
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Hatte ich Nachschlag zum Thema snowboarden versprochen? Dafür ist's jetzt schon reichlich spät, wo wir doch alle schon wieder sommerlich am schwitzen sind. Trotzdem, hier folgt, wie angekündigt, nun die volle Dosis Boardtouren.
Lechtaler Alpen
Erster Anlaufpunkt für unseren Trip, war das kleine Örtchen Namlos. Im Schatten der schönen Namloser Wetterspitze fanden wir eine ganz nette Übernachtungsstelle und am Morgen darauf gings los zu unserer ersten Tour zum Tschachaun. Eigentlich eine machbare Einstiegstour, doch die erste Tour läuft, warum auch immer, etwas anders als geplant. Auch dieses Mal war das wieder der Fall. Erstmal gehts ohne viel Schnee ins Tal hinein und schließlich folgen wir einem Flussbett, das wir immer wieder kreuzen über die Steine hinweg. Auch das Wetter macht verrückte Sachen und wechselt fröhlich hin und her. Am Ende müssen wir noch ein riesiges altes Schneebrett überqueren mit 2m hohen Abbruchkanten. Kurz unterm Gipfel beenden wir unseren Aufstieg, da es schon recht spät ist und fahren durch das Nachbartal bei teils langsamem Nassschnee über ein Bachbett zurück.



Eine stimmungsvolle erste Tour, zwar kein Gipfelerfolg und die Abfahrt war auch etwas speziell, aber bei besseren Schneebedingungen lohnt es sich sicher nochmal zurück zu kommen, vor allem für die Wetterspitze.
Am nächsten Morgen ziehen wir weiter, mit dem Wissen, dass wir höher hinaus müssen. Unser Weg führt uns ins Sellrain um einen 3000er in Angriff zu nehmen. Auf gings zum Zwieselbacher Rosskogel.
Sellrain
Mehr Andrang gabs erstmal am Start dieser Tour. Da wollten doch einige Tourengeher das schöne Wochenende nutzen. Aber an der ersten steilen, glatten Engstelle, der "unteren Zwing" zeigt sich gleich mal was Sache ist. Viele straucheln dort bereits und rutschen ab mit ihren Tourenski. Ich umgehe diese Stelle, während Honk mit seinen Schneeschuhen lässig an allen vorbei stapft. Geschafft, ab jetzt wirds auch etwas ruhiger und unserem Marsch Richtung Gipfel steht nix mehr im Weg, ausser unser Mangel an Kondition. Aber schließlich stehen wir ganz oben und können einen weiteren wunderschönen 3000er auf unsere Liste setzen. Es folgt eine sehr lange, sehr schöne Abfahrt und ganz unten wird an der Hütte dann noch etwas in der Sonne relaxt, bevor es zum nächsten Projekt geht.
Potsdamer Hütte
Die Chance mal wieder auf einer Hütte zu bleiben, wollen wir natürlich auch wahrnehmen. Doch eine zu finden, die spontan noch zwei Plätze frei hat, ist gar nicht so einfach. Wir telefonieren und telefonieren und dann hat Honk Erfolg direkt in unserer Nähe. Es geht rauf zur Potsdamer Hütte und so gar das mit der veganen Ernährung ist dort kein Problem!
Wir bleiben also im schönen Sellrain, starten aber etwas tiefer im Tal,was konkret bedeutet, wir müssen unsere Boards erstmal auf dem Rücken durch Matsch und über Forstwege tragen bevor wir endlich wieder die Schneegrenze erreichen. Der Tag zeigt sich trüb, es nieselt leicht und wir arbeiten uns rauf Richtung Hütte. Dort angekommen auf 2000m schmieden wir Pläne für die nächsten Tage bei leckerer Zirbenlimonade.
Am nächsten Morgen gehts dann los. Wir nehmen einen weiteren 3000er ins Visier, die Lüsener Villerspitze. Doch der erste steilere südseitige Hang zeigt sich tricky. Immer wieder brechen wir knie- bis hüfttief ein, selbst mit Splitboard. Die tieferen Schneeschichten bestehen komplett aus unngebundenen Kristallen. Wir haben kein gutes Gefühl und brechen ab.Nach kurzer Beratschlagung wechseln wir auf die andere Talseite in Nord- und Ostseite des Tales wo die Schneedecke deutlich stabiler ist, und landen schließlich im Schalderjoch.
Hinab zur Hütte gehts dann durch feinsten pulvrigen Schnee. Seit sehr langer Zeit hatten wir nicht mehr so gute Abfahrtsbedingungen. Für unseren letzten Tag da oben ist klar, es geht nochmal auf die gleiche Talseite.
Wie bereits erwähnt, wenn man seit langem mal wieder solche Bedingungen hat, will man diese natürlich nutzen. Und so nahmen wir an unserem Abreisetag einen weiteren Gipfel in Angriff, den Wildkopf. Und dieses mal lief alles wie geschmiert. Wir erreichen ohne Probleme den Grat, wo wir unsere Boards zurück lassen und kraxeln dann hinauf zum Gipfel auf 2720m. Wieder bei den Boards angekommen geniessen wir noch für eine Weile die Sonne bevor wir uns durch den Pulverschnee zurück ins Tal pflügen, nicht ohne das ein oder andere Spray zu hinterlassen. Zur Belohnung gabs dann nochmal ein erfrischendes Zirbengetränk an der Hütte, bevor uns unser Weg gänzlich gen Tal führte.
Die Wetterprognosen wurden nun schlechter und wir hatten noch die Möglichkeit für eine Tour bevor es wieder nach Hause ging. Dafür sattelten wir nochmal um zu einem alten Bekannten für einen weiteren Versuch.
Hochglück im Karwendel
Bereits zwei Jahre zuvor waren wir ungloreich gescheitert und nun war es Zeit für einen neuen Versuch. Noch in der Nacht ging es los vom Parkplatz in Fall hinauf durch das schöne Engtal bis zur Strassensperrung. Schnell umgezogen, Tourensachen gepackt und ab aufs Bike. Weiter gings bei schöner morgentlicher Stimmung vorbei an den Ahornböden und Gämsengruppen bis zur Engalm. Zum zweiten mal hier, stiegen wir dieses mal zuerst über eisige Platten auf, doch schon bald wurde der Schnee besser. Durch graupelartigen Schnee spuren wir uns weiter nach oben und entscheiden weiter Richtung Hochglückscharte zu gehen. Der Gipfel des Hochglück muss also weiterhin noch etwas auf uns warten. Aber im letzeten Steilstück der Scharte arbeiten wir uns im ZickZack durch perlengroße unverbundene Schneekugeln. Wir sind unsicher und brechen auch die Scharte an der Stelle ab. Es geht wieder hinab.
Naja wie sagte mal ein weiser Mensch: Versuchen, Scheitern, nochmal Versuchen! Irgendwann klappt's noch mit uns und dem Hochglück. Doch damit war die Wintersaison dann beendet und die schneefreie Zeit stand bevor. Zeit sich ein paar Hunde einzuladen und die heimischen Wälder unsicher zu machen, bevor der große Sommerurlaub ansteht. Aber mehr dazu dann im nächsten Beitrag.
Bis denn!
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